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TU Berlin

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Informierte Gründungsförderung

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Die Bedeutung von Mechanismen der Informationsvermittlung für die Erklärung des Erfolgs neu gegründeter Betriebe

Zusammenfassung der Dissertation von Mike Weber

Zielsetzung der Arbeit ist es, einen Beitrag zur Erklärung der Wirkung von Instrumenten der informationsbezogenen Gründungsförderung zu leisten. Hierzu wird in Abgrenzung von Ansätzen zur Determinierung des Erfolgs ein Set sozialer Mechanismen der Informationsvermittlung identifiziert und empirisch überprüft. Dieses Vorgehen erlaubt Schlussfolgerungen hinsichtlich der Fortentwicklung der Erfolgsfaktorenforschung, der Ausgestaltung der Gründungsförderung sowie methodischer Implikationen.

Die Arbeit setzt bei Fragen der Legitimation staatlichen Handelns im Bereich der Wirtschaftsförderung an, was die Identifikation verschiedener Erfolgsindikatoren etwa für Bestand und Expansion der Betriebe erlaubt. Bereits die Literaturarbeit zeigt die Grenzen einer deterministischen Erklärung dieser Indikatoren auf. Die Notwendigkeit der Berücksichtigung des Prozesscharakters sowie der Verbindung der Mikroebene des einzelnen Gründungsprozesses mit der Makroebene der Wirtschaftsdynamik über die Wahrnehmung der sich bietenden Gelegenheiten wird dabei deutlich. Um Fragen der Wirksamkeit von Informationen nachgehen zu können, werden in der Folge soziale Mechanismen der Informationsvermittlung, insbesondere aus der soziologischen Theorie der Beratung, für die empirische Analyse fruchtbar gemacht. Die Berücksichtigung von Interaktionseffekten und Zeitabhängigkeiten einzelner Einflussfaktoren erlaubt die Entwicklung differenzierter, teils konkurrierender Wirkungshypothesen.

Die Überlegungen werden mit den Daten dreier, vergleichbar angelegter Erhebungen konfrontiert. Statistische Analysen, die der Struktur der herangezogenen Daten gerecht werden, zeigen die Erklärungskraft der Berücksichtigung von sozialen Mechanismen. Bei über die Datensätze insgesamt vergleichbarer Verteilung der Merkmalsausprägungen variiert die Erklärungskraft einzelner Einflussfaktoren mitunter beträchtlich. Die zuvor identifizierten Einflusskategorien spannen allenfalls ein Spektrum auf, innerhalb dessen die Relevanz einzelner Faktoren zwischen Raum und Zeit variiert. Durch die explizite Modellierung von Wechselwirkungen und Zeitdimension lassen sich einige der beobachtbaren Abweichungen erklären und zunächst paradox erscheinende Wirkungen plausibilisieren. So zeigt sich etwa eine tendenziell degressive Wirkung erfolgsrelevanter Kompetenzen, wobei bereits gesammelte Erfahrungen mit vorheriger Selbstständigkeit die Wirkungen nachträglichen Kompetenzaufbaus tendenziell nivellieren.
Anhand der identifizierten Mechanismen lässt sich die zentrale Rolle der Vermittlung angemessener Informationen und des begleitenden Netzwerkaufbaus nachweisen. Ausgehend von den statistischen Analysen werden die Ergebnisse für die informationsbezogene Gründungsförderung unter Zuhilfenahme von Sozialsimulationen plausibilisiert, auf Konsistenz überprüft und visualisiert. Dieses Vorgehen zeigt die Notwendigkeit von detailreichen sozialwissenschaftlichen Modellierungen auf, um der Komplexität der verfolgten Fragestellung gerecht zu werden.

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