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ITMNew Forms of Innovation - OECD

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New Forms of Innovation

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Innovationen laufen vermehrt in einem veränderten Umfeld ab, welches ein weit verzweigtes, formelles oder informelles Netzwerk aus unterschiedlichen Akteuren bedingt. Zu diesem Netzwerk können unter anderem Universitäten, Entwicklungs- und Forschungslabore, Unternehmen, Non-profit-Organisationen, etc. gehören. Die Literatur zu nationalen Innovationssystemen hat diesen Trend aufgegriffen und die Politikdiskussion seit Beginn der 90er Jahre entscheidend beeinflusst. Jedoch hat der gegenwärtige Innovationskontext innerhalb globalisierter Wissensgesellschaften zu einer beschleunigten Veränderung des beschriebenen Szenarios geführt. Die Innovationsaktivitäten überschreiten dabei ihre traditionellen, technologiebezogenen Grenzen hin zu neuartigen Geschäfts- und Servicemodellen. Simultan lösen sich auch zunehmend die Grenzen zwischen Wissenschafts- und Wirtschaftsprozessen und verändern damit auch die Organisationsabläufe von grundlagen-, anwendungsorientierter und experimenteller FuE. Zu den beschleunigenden Einflussfaktoren gehören unter Anderem:

  • Globalisierung. Internationale Wissenschaftskooperationen und eine hohe Mobilität des wissenschaftlichen Nachwuchses haben in der Vergangenheit zugenommen. Hinzu kommt die wachsende Internationalisierung unternehmerischer FuE Aktivitäten und der generellen Wertschöpfungsketten. Im Verbund mit der Entstehung neuer Märkte und neuer Wirtschaftsmächte verändern diese Trends die territorialen Grenzen der Innovationsaktivitäten und stellen somit immense Herausforderungen an eine national-orientierte Politik.
  • Bedeutungszuwachs bei Dienstleistungen. Der Strukturwandel hin zu einer „service economy“ verändert auch die Abläufe und Formen von Innovation. Damit entsteht die Möglichkeit für neue Akteure bzw. neue Akteure sind aufgefordert sich an den Innovationsprozessen zu beteiligen. Zugleich verändert dieser Strukturwandel auch die etablierten Beziehungen zwischen wissenschaftlichem und technischem Wissen.
  • Diffusion durch IuK Technologien. Die Ausbreitung und angestiegene Nutzung von IuK Technologien befördert den Wandel der Arbeitsorganisation innerhalb der Unternehmen und Forschungsinstitutionen, und eröffnet Handlungs- und Verwertungsfreiräume, welche Innovationen verstärkt einen nicht-tangiblen Charakter geben, bspw. innovative Geschäftsmodelle.
  • Die Entstehung neuer Technologieplattformen. Zu diesen Plattformen gehören unter Anderem der Biotechnologie- und der Nanobereich, welche intersektorale Innovationswirkungen auf den Wissenschaftssektor und die Produktionslandschaft (verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft) besitzen. Innovationen sind dabei vermehrt kumulativ entstanden und haben in diesem Zusammenhang nicht nur radikale Züge. Häufiger verbergen sich hinter neuartigen Produkten und Services innovative Kombinationen auf der Basis bereits existierenden Wissens. Die Auflösung der Grenzen zwischen wissenschaftlichem und technischem Wissen führen generell zu einem Bedeutungszuwachs von Netzwerken und kooperativen Ansätzen.

Zu den zentralen Fragestellungen des Projektes gehören daher unter Anderem: Was sind die Treiber nicht-technologischer Innovationen? Welchen Einfluss haben diese auf die Unternehmensleistung? In welchem Verhältnis stehen technologische und industrielle Spezialisierung und die Geschwindigkeit und Ausrichtung nicht-technologischer Innovationen? In wie weit beeinflussen nicht-technologische Innovationen die Produktion und technologische Spezialisierung? Welche Antworten kann und muss die Wissenschafts- und Technologiepolitik hierzu liefern?

Auf der Grundlage der obigen Trends ist das Ziel und Vorgehen des Projektes in einer ersten Bestandsaufnahme zu ermitteln, in wie weit sich die Literatur und bisherige Studien mit dieser Problematik befasst haben, und in wie weit sich die Folgen (bzgl. bspw. Produktivitätsmessung; Einflüsse auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung auf Unternehmens- und Länderebene) dieser Trends generell empirisch erfassen lassen. Daraus abgeleitete Implikationen für die Gestaltung der Politik (u.A. Implementierung und Experimentierung im Policy Prozess) in OECD und Nicht-OECD Ländern sollen auf einer Synthese der bestehenden und geplanten Instrumente der nationalen Innovationspolitiken und der Identifikation der Policy-Best-Practice in einer zweiten Projektphase aufbauen. Diese Ergebnisse sollen vor allem an zentraler Stelle zur Weiterentwicklung der OECD Innovationsstrategie und der supranationalen Bewältigung der Wirtschaftskrise beitragen.


Date of expiration: End 2010

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